Autor - J. Thomas Li

J. Thomas Li wurde 1968 als Sohn des Wanderfotografen Manfred Li und der Naturapothekerin Eva Li in Strapsburg, Minnesota, geboren. 1972 wurden sie wegen des Besitzes eines batteriebetriebenen Plattenspielers und einer Dean Read-LP aus ihrer Glaubensgemeinschaft und den USA ausgewiesen. Sie emmigrierten nach Leipzig, wo der junge Li die Allgemeinbildende Oberschule Johann Wolfgang von Goethe besuchte. Danach studierte er Schlosser an der Akademie des werktätigen Volkes im Dreischichtsystem. 1989 folgte die Zwangsauflösung seiner scheinideellen sozialistischen Lebensbasis, die er mit massiven innerlichen Protesten zu verhindern suchte. Dieses mündete in den einzig belegbaren Gewaltexzess seines Lebens, als er alkoholisiert einen Mercedesfahrer schlug.

1993 erschien seine erste Kurzgeschichte „Was soll ich hier?” und damit die ungelesene Vorbereitung der Grunge Generation. Er war Leibpoet am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. - natürlich unter Beachtung der zwischenzeitlichen Annahme einer neuen körperlichen Gestalt. Zu seinen zahlreichen Preisen zählen der Hans-Marchwitza-Preis für vergessene Literatur, der Förderpreis der deutschen Wahnsinnigen Gesellschaft und der Preis der antiopportunistischen Einheit Albaniens.

Li`s Rezensionen und Werke erschienen in zahlreichen Textverarbeitungs- und Austauschprogrammen, darunter „Microsoft Word” und „Adobe Acrobat”. Li schlurft häufig mißmutig und mit gesenktem Kopf durchs Unterholz. Ihm fiel noch nie etwas Neues ein in seinem Leben. Jede seiner Visionen lösten sich mit etwas Warten in purer und reiner Reflektion auf. Seine letzte Erfindung, die Panzerkette, gibt es schon lange usw... Selbst der Stoff seines ersten Romans war schon in Grundzügen existent, ohne dass er auch nur ansatzweise etwas davon ahnte. Ein schlimmes und schönes Schicksal zugleich. Es enthebt ihn der Verpflichtung, etwas Besseres zu sein in diesem Leben. Er war schon etwas Besseres vorher und kann gemütlich ein Stück zurücklaufen. J. Thomas Li lebt zu Hause, ohne viel Schnickschnack und leistete sich bisher nur einen Baum vor dem Fenster und natürlich zwei Fahrräder.

Da er widersinnigerweise immer ein großer Marketingmeffert werden wollte, verkauft er jetzt zusätzlich Fahrräder, Kräuterschnaps, Kaffee und Polo-Shirts. Das sind Dinge, auf die man nun wirklich nicht verzichten möchte, außer man läuft gerne nackt herum, schläft den ganzen Tag, kann auf einem Bein stehen und erobert ausschließlich zu Fuß die Städte der Welt. Wer jetzt glaubt, Li macht auf Ultraaskese, liegt auch nicht richtig. Dandyblut füllt einen maßvollen Prozentsatz seiner Adern, so dass man davon ausgehen kann, dass er sich auch ein klein wenig den kulturellen Verlockungen und Errungenschaften des Lebens hingibt. Nur Wasser und Wein sollten in einem vernünftigen Gleichgewichts verbunden werden. Es gibt auch absolut keinen Grund, dies anders zu handhaben. Außer man möchte sicherer Bestandteil eines Lehrbuches für Psychiatrie werden.